Barnim macht Schule

Interimsbau für künftige Oberschule Eberswalde nimmt Form an – Vorbereitungen für Errichtung des neuen Schulcampus an der Eberswalder Straße schreiten zügig voran

Gruppenfoto vor dem Interimsbau für die neue Oberschule Eberswalde (v.l.): Oliver Turner (Dezernent für Öffentliche Ordnung, Bildung und Finanzen, Landkreis Barnim), Landrat Daniel Kurth, Max Sölter (kommissarischer Schulleiter, Oberschule Eberswalde), Eric Rafka (Leiter Niederlassung Nord, FAGSI Vertriebs- und Vermietungs-GmbH), Matthias Herrmann (2. Bauleiter, FAGSI), Stephan Taube (Gebäudeverwaltung, Landkreis Barnim), Jörg Strutzke (Projektleiter Schulbau, Landkreis Barnim), Prof. Dr. Jan König (Wirtschafts- und Sozialdezernent, Stadt Eberswalde). Fotos: Landkreis Barnim/Bachmann

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt der Landkreis Barnim derzeit in Vorbereitung auf die Errichtung eines neuen Schulcampus in der Kreisstadt Eberswalde. Während mit dem Abriss der Stahlskelettbauten an der Eberswalder Straße ein langjähriger Schandfleck der Stadt verschwindet, kommt auch der Interimsbau für die neue Oberschule Eberswalde auf dem Schulcampus Finow zügig voran. Die ersten rund 100 Schülerinnen und Schüler können damit bereits ab dem kommenden Schuljahr in die 7. Klasse starten. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt besuchte Landrat Daniel Kurth am Mittwoch, den 8. Juni 2022, beide Baustellen, um sich persönlich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen.

„Die Entwicklung der Schullandschaft ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für unseren Landkreis“, erklärte Landrat Kurth beim Besuch der Abrissbaustelle an der Eberswalder Straße 106-108. „Der kontinuierliche Bevölkerungszuwachs spricht für die Attraktivität, die der Barnim insbesondere auch bei jungen Familien besitzt. Diese positive Entwicklung für den Landkreis gilt es, mit der Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur nachhaltig zu gestalten. Wir kommen gerne unserer Verantwortung in dieser Aufgabenstellung nach, u.a. indem wir ausreichend Schulplätze schaffen, um auch künftig allen Barnimerinnen und Barnimern gleiche Bildungschancen zu ermöglichen.“

Schandfleck weicht Schulcampus

Von den Stahlruinen der einstigen Lehrlingswohnheime an der Eberswalder Straße ist kaum noch etwas zu sehen. In den kommenden Jahren soll auf dem rd. 30.000 m2 großen Areal ein neuer Schulcampus entstehen, der neben der künftigen Oberschule Eberswalde ein dreizügiges berufliches Gymnasium, eine Regionalstelle der Volkshochschule und eine Dreifeldsporthalle inklusive Außenanlagen beheimaten wird. Bereits zum Jahreswechsel 2021/2022 hatten die vorbereitenden Abrissarbeiten auf dem Grundstück begonnen. Aktuell trägt das zuständige Bauunternehmen SBR Görlitz GmbH mit großem Gerät die letzten Reste der Stahlskelettbauten ab. In Zusammenarbeit mit dem Planungs- und Überwachungsbüro UWEG mbH aus Eberswalde tragen die erfahrenen Abrissexperten dafür Rechnung, dass sämtlicher Bauschutt inklusive der gefährlichen Bauabfälle fachgerecht entsorgt wird. Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Um bereits kurzfristig auf den steigenden Bedarf an Schulplätzen reagieren zu können, wird bis zur Fertigstellung des modernen Schulkomplexes eine temporäre Schulanlage in der Fritz-Weineck-Straße, neben dem Gymnasium Finow, errichtet. Die neue Schulanlage wird im Systembau errichtet und allen Anforderungen an eine modern eingerichtete Lernumgebung entsprechen. Von der Wärmeisolierung über die technische Ausstattung bis zum Brandschutz wird das Gebäude sämtliche Standards moderner Schulbauten erfüllen. Dazu gehören u.a. Whiteboards in allen Klassenräumen, ergonomische Arbeitsplätze, eine Schulkantine mit Warmausgabe und Spülküche sowie Sanitäranlagen.

Interimsbau nimmt Form an

Derzeit befindet sich die Umsetzung des 1. Bauabschnittes in vollem Gange. Hierfür werden insgesamt 96 Raummodule zu einem Schulgebäude zusammengesetzt. Im zweiten Bauabschnitt wird der Komplex im Jahr 2024 noch einmal um weitere 13 Module ergänzt. Der mit einem Aufzug barrierefrei gestaltete Bau wird Platz für bis zu 360 Schülerinnen und Schüler bieten. Die Montage- und Installationsarbeiten durch den Hersteller und Vermieter der Raummodule FAGSI befinden sich im Plan.

„Nach Beendigung des Ü 7-Verfahrens starten wir mit drei 7. Klassen in das Schuljahr 2022/2023“, freut sich auch Max Sölter, kommissarischer Schulleiter der neuen Oberschule Eberswalde. Damit biete sie eine angenehme und persönliche Lehr- und Lernumgebung mit besten Voraussetzungen für eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Das Anwahlverhalten sei sehr gut gewesen, berichtet Sölter. Knapp 100 Schülerinnen und Schüler haben sich für den neuen Schulstandort interessiert. Auch das Kollegium sei mittlerweile vollzählig. Zum Start der neuen Schule könnten damit alle Fächer abgedeckt werden. Am 30. Juni 2022 findet in der benachbarten Aula des Finow Gymnasiums ab 17:30 Uhr und 18:30 Uhr für die Erziehungsberechtigten der zukünftigen Oberschülerinnen und Oberschüler eine Elternversammlung statt.

Am bewährten Standort, dem Schulcampus Finow, profitieren die künftigen Schülerinnen und Schüler u.a. von einer sehr guten ÖPNV-Anbindung sowie von der Nähe zum Gymnasium Finow und zu dem Beruflichen Gymnasium des Oberstufenzentrums II Barnim, inklusive der bestehenden Außenanlagen für den Schulsport. Hier besteht die Möglichkeit, die Schwerpunkte Technik, Sozialwesen oder Wirtschaftswissenschaften näher kennenzulernen und gleichzeitig, nach dem Besuch der Oberschule, in 3 weiteren Schuljahren ein vollwertiges Abitur (Allgemeine Hochschulreife) zu erlangen.

Hintergrund: Die Errichtung der neuen Oberschule Eberswalde ist Teil einer groß angelegten Schulbauoffensive, die der Landkreis Barnim in den kommenden Jahren umsetzen wird. Erst kürzlich hatten die Abgeordneten des Kreistages Barnim in ihrer Sitzung vom 1. Juni 2022 den Kindertagesstättenbedarfs- und Schulentwicklungsplan für die Jahre 2022 bis 2027 beschlossen. Die aktuelle Planung, die erstmals auf eigenen Berechnungen des Landkreises zur erwarteten Bevölkerungsentwicklung basiert, weist einen erheblichen zusätzlichen Schulplatzbedarf aus. Um dem akuten sowie dem künftigen Bedarf gerecht zu werden, wird der Landkreis Barnim nach derzeitigem Stand in den kommenden Jahren sechs Schulneubaten errichten. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen werden hierfür Investitionsmittel in Höhe von 450 Mio. Euro benötigt. Mit dem Neubau für die bisherige Oberschule am Rollberg (jetzt Schule am Kirschgarten) und dem Bau der neuen Oberschule Eberswalde befinden sich die ersten Großprojekte bereits in der Umsetzung bzw. Vorbereitung.

Robert Bachmann

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