Klappstuhl versus Picknickdecke

„In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden“ – Blaise Pascal (Mathematiker/Philosoph)

Dieses Zitat trifft in vielerlei Hinsicht auf die „Picknicklesungen in Nachbars Garten“ zu. Fast 3 Monate hatten Literaturbegeisterte die Möglichkeit, in Wandlitzer Gärten paradiesische Stunden zu verbringen. Wobei mancher Garten sein Finden nicht ganz so leicht gemacht hat. Die Neugierde auf dieses Experiment wurde definitiv belohnt. 

Wunderschön angelegte Oasen der Ruhe wurden mit Improvisations- oder Naturgedichten erfüllt, gemeinsam mit ukrainischen Flüchtlingsfamilien lauschten wir der zweisprachigen Däumelinchenlesung, lernten einen vielprämierten Autor und seine noch mehr prämierte koreanische Ehefrau in ihrem Paradiesgarten kennen. Ein besonderer Moment war die tierische Lesung. Sechs Vierbeiner haben das Konzept der Lesereihe zu 100 Prozent umgesetzt. 

Langsames vorsichtiges Kennenlernen eines fremden Geruches, Freundschaften schließen und dem geschriebenen Wort lauschen. Es war eine unheimlich schöne Atmosphäre. Während Lutz Lorenz „Nurejews Hund“ zum Besten gab, entdeckten die Schnüffelnasen den Garten ohne Hektik, ohne Knurren und ohne Gebell. Den Abschluss machte die erotisch-sinnliche Lesung im Kunsthof Wandlitz mit musikalischem Ausklang. Eine spannende Beobachtung ist allerdings festzustellen. Wir sind zu alt für Picknickdecken. Es lebe der Klappstuhl. Fazit dieses Sommers: Es war schön, wir wollen das, wir machen das nächstes Jahr wieder. 

Melanie Brauchler / Kerstin Lietz
Fotos: Melanie Brauchler

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