Mein Angehöriger hat Demenz: Was kann ich tun? Wer hilft mir?

Kostenfreie Schulungsreihe für pflegende Angehörige ab September

Foto: Gemeinde Wandlitz

Im Land Brandenburg schätzt man, dass rund 70.000 Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen sind. Zwei Drittel von ihnen leben zu Hause und müssen dort zumeist rund um die Uhr betreut werden. Demenz ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Aber auch jüngere Menschen können daran erkranken. Das Besondere ist, dass bei der Demenz viele verschiedene Symptome zusammentreffen. Das Denk- und Erinnerungsvermögen, die Fähigkeit, sich zu orientieren oder angemessen zu reagieren, gehen verloren, ebenso die Alltagskompetenz. Der Unterstützungsbedarf im Alltag nimmt enorm zu. Es kommt zunehmend zu Veränderungen im emotionalen und sozialen Verhalten, was das Zusammenleben mit den Angehörigen und dem sozialen Umfeld erschwert.

Was sollte man über Demenzerkrankungen wissen? Wie kann ein Leben mit Demenz in der Familie besser bewältigt werden? Welche Betreuungs- und Entlastungsmöglichkeiten, welche neuen Wohnformen existieren, wenn die Familie an Grenzen kommt? Was lässt sich durch die Pflegeversicherung finanzieren?  Diese und andere Fragen beantwortet eine Kursreihe für Angehörige. Diese findet unter der Überschrift „Hilfe beim Helfen“ vom 21. September bis 9. November 2022 im Rathaus der Gemeinde Wandlitz, Prenzlauer Chaussee 157, 16348 Wandlitz, statt. Immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr informieren dort Expertinnen und Experten über familienentlastende Angebote im Umgang mit Demenzerkrankten.

Dazu sagt Beatrice Bruch, Koordinatorin Pflege vor Ort / Begegnung und Beratung „Aufwind“ der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal: „Die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen stellt für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Die einhergehenden Verhaltensveränderungen im emotionalen und sozialen Verhalten belasten das familiäre Zusammenleben mehr und mehr. Die psychische und seelische Belastung wird durch die zunehmende körperliche Pflege noch verstärkt.“ Wichtig sei, sich selbst Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen: durch die Einbindung professioneller Dienstleister im Rahmen der Grundpflege, durch Begegnungs- und Betreuungsangebote für den zu Pflegenden, zum Beispiel in einer Tages- oder Begegnungsstätte, oder durch alltagsunterstützende Angebote mit Begleitung, die es ermöglicht, dass der pflegende Angehörige etwas Zeit für sich hat, um durchzuatmen, Kraft zu schöpfen und den Alltag zu organisieren.

Termine und Themen der Kursreihe für Angehörige

•     Mittwoch, 21. September: Wissenswertes über Demenzerkrankungen; Dr. med. Goliasch

•     Mittwoch, 28. September: Menschen mit Demenz verstehen; Anne Charles, Aromatherapeutin/Pflegefachkraft

•     Mittwoch, 5. Oktober, 16 - 18 Uhr: Vorsorge treffen; Rechtsanwältin Kathrin Lindner

•     Mittwoch, 12. Oktober, 16 - 18 Uhr: Den Alltag leben - ein neues Miteinander finden; Marion Wilde, gerontopsychiatrische Fachkraft

•     Mittwoch, 19. Oktober, 16 - 18 Uhr: Pflegeversicherung und Entlastungsangebote; Beatrice Bruch, Aufwind und Beratung

•     Mittwoch, 26. Oktober, 16 - 18 Uhr: Pflege von Menschen mit Demenz; Cornelia Schmidt, Dozentin Demenzpartner

•     Mittwoch, 2. November, 16 - 18 Uhr: Die Lasten teilen; Cordula Gleich, Projektmitarbeiterin Pflege vor Ort

•     Mittwoch, 9. November, 16 - 18 Uhr: Ein neues Zuhause finden; Experte/Expertin stehen noch aus.

Anmeldeschluss für das Kursangebot ist der 5. September 2022. Die Plätze sind begrenzt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in der Reihenfolge des Anmeldedatums berücksichtigt. Anmeldungen und Anfragen: Sandra Santos, Begegnung und Beratung „Aufwind“ / Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Eisenbahnstraße 84 in Eberswalde • Tel: 03334 205955, mobil: 0151 26906718 • aufwind@lobetal.de

Die Informationsreihe wird in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Demenz des Landes Brandenburg veranstaltet und von der Barmer Pflegekasse unterstützt. Versicherte aller Kassen können die Kurse kostenfrei besuchen. Es ist nach Absprache möglich, an Demenz erkrankte Angehörige im Veranstaltungsort während der Konsultationen betreuen zu lassen.

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