Frauen in der Politik: Rückblick und Ausblick

Die Zahlen sind alarmierend: Der Frauenanteil im Landesparlament Brandenburg beträgt nur 32 %, nur 9% der Bürgermeister sind Frauen und in den brandenburgischen Gemeindevertretungen liegt der Anteil auch nur bei 19 %. Verschiedene Initiativen bemühen sich um eine Verbesserung der Situation beispielsweise der Verein Frauen aufs Podium e.V. oder die Europäische Akademie der Frauen e.V.. Ein Rückblick und ein Ausblick.

Der Verein Frauen aufs Podium e.V. hat sich zum Ziel gesetzt den Anteil von Frauen  als politische Entscheidungstägerinnen zu erhöhen. Dafür hat der Verein Frauen aufs Podium für das Land Brandenburg ein parteiübergreifendes Fünf-Jahres-Programm entwickelt. Die Gründerin und Vereinsvorsitzende Bettina Prätorius: "Nur wenn es gleich viele Frauen in der Politik wie Männer gibt, werden auch ihre Interessen gleich vertreten. Männer setzen andere Schwerpunkte, eine Stadt wird von ihnen mit anderem Blick geplant, das Geld anders ausgegeben. Nicht besser, nicht schlechter – aber mit anderen Prioritäten." 

Das Programm “Brandenburg – ich misch’ mich ein: Für mehr Frauen in der Politik” setzt Impulse, die dazu beitragen sollen, dass sich mehr Frauen in der Politik engagieren. Nach Schritt eins “Empowerment” und Schritt zwei “Veränderung der politischen Strukturen” ist es im Juni 2021 mit dem dritten Schritt “Mentoring” weitergegangen, das im November endete. Aus dem Barnim machten drei politisch Engagierte im Mentoringprogramm mit: Martin Hoeck (FDP) als Mentor und Katharina Slanina (Die Linke) als Mentorin und Maria Andrea Hüttinger (SPD) als Mentee. "Insbesondere in der Kommunalpolitik sind Frauen noch deutlich unterrepräsentiert. Bei der Kommunalwahl 2019 haben von insgesamt 171 Kandidaten nur 37 Frauen für die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Eberswalde kandidiert. Als Vorsitzender der Vertretung möchte ich gerne einen persönlichen Beitrag leisten, um mehr Frauen als Kandidatinnen für die Kommunalwahl 2024 zu gewinnen. Natürlich zunächst in meinem Umfeld, aber mit Hilfe des Vereins Frauen auf's Podium e.V. eventuell auch an anderen Orten im Land." begründet Martin Hoeck sein Engagement für eine Mentee aus Märkisch-Oderland
Katharina Slanina, Co-Landesvorsitzende der LINKEN Brandenburg erklärt: "Auch in meiner Arbeit als Gemeindevertreterin in einem männerdominierten Kommunalparlament stelle ich häufiger fest, dass es Mut und Durchsetzungsfähigkeit bedarf, um kommunalpolitisch aktiv zu sein. Ich bin dankbar, dass ich an meiner Seite Frauen habe, die mich als Ratgeberin, Vorbild und auch Motivatorin begleiten. Meine Erfahrungen möchte ich weitergeben und ich will Frauen aktiv fördern. Damit unsere Demokratie zukunftsfähig bleibt, müssen sich Bürger:innen unterschiedlichen Alters, Geschlechter- und Berufsgruppen mit ihren Erfahrungen in die Politik einbringen. Und es ist selbstverständlich, dass Frauen in gleichem Maße wie Männer vertreten sein müssen. Denn ohne Frauen ist unsere Politik nur halb so viel wert." 

Maria Andrea Hüttinger sagt: "Ich fand es ansprechend, dass sich Frauen aufs Podium e.V. sowohl an Frauen und Männer richtet, denn die Idee ist, dass diese Misere am besten überwindbar ist, wenn es Frauen und Männer als Ihr Anliegen sehen, dass Männer und Frauen gleichermaßen in den Ortsbeiräten, Gemeinderäten, Stadtparlamenten, Landttagen und auch im Bundestag vertreten sind. Ich selbst bin in paritätisch besetzer Doppelspitze Ortsvereinsvorsitzende. Ich fühlte mich durch meine Mentorin gut unterstützt. Zu wissen, dass eine Vertraute für mich schnell greifbar ist, gibt mir im politischen arbeiten Sicherheit. Das Mentoringprogramm half mir Dinge richtig einzuordnen, nicht so schnell aufzugeben, am Ball zu bleiben." Das blieb ich. Ich konnte Mitstreiter gewinnen. Unterstützt von Jens Brücker (SPD) aus Wandlitz konnten wir zusammen mit der Bundestagabgeordneten Simona Koß die Verantwortlichen von zwei Gemeinden (Wandlitz und Panketal) und zwei Ämter (Amt Britz-Chorin-Oderberg und Amt Barnim-Oderbruch) gewinnenn, bei der Ausschreibung des Aktionsprogramm der Europäischen Akademie für Frauen mitzumachen. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an den Bürgermeister von Wandlitz Oliver Borchert und seinen Mitarbeiterinnen Frau Papadopulos und Schulte-Kuhnt, die besonders fleißig an diesem Antrag mitstrickten. Ohne ihre Tatkraft wäre die Bewerbung nicht möglich gewesen. Am 10. Dezember 2021 fällt die Entscheidung. Wir werden berichten. Aber schon jetzt steht fest am 13.12.2021 um 20:00 Uhr gibt es eine Veranstaltung des Frauenpolitischen Rates in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Barnim und der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Barnim zur Parität; aus gegebenem Anlass online. Anmeldung bei der KVHS Barnim 
unter www.kvhs.barnim.de.

Unter dem Motto: „Club der Zukunftsmacher*innen - Vielfalt, Teilhabe und Parität in Brandenburg“ heißt es:

Im Alltag begegnet uns häufig die Vorstellung, dass Gleichberechtigung in Deutschland längst erreicht sei. Gleichwohl müssen Frauenrechte immer wieder erstritten werden. Der geringe Frauenanteil in allen deutschen Parlamenten zeigt, dass der Weg zu echter Gleichstellung in der Politik noch weit ist. Im Rahmen eines interaktiven Vortrags vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg beschäftigen wir uns, zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Barnim, mit grundlegenden Fragen von Teilhabe und Vielfalt. Wir möchten die Themen in die Fläche bringen, Wissen über Parität teilen, Mythen entkräften und Frauen stärken und ermutigen, politisch noch aktiver mitzumischen. Gemeinsam schaffen wir mehr!“ 

In diesem Sinne, 
Maria Andrea Hüttinger

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert