Innehalten

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In der Winterzeit, wenn die Tage kürzer werden und die Nächte frostiger, wenn die Stille einkehrt in den Wäldern und die Nebelschwaden über unsere Seen gleiten, wenn Alt und Jung am Kaminfeuer ihre Herzen wärmen und der hektische Alltag draußen vor Türe bleibt, dann, ja dann zieht ein bunter Trupp Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen durch Wandlitz. Mit Ihren roten Mützen und Mänteln, ihrem munteren Auftreten ziehen sie die Aufmerksamkeit vieler Wandlitzer auf sich. Sie tragen buntverpackte Körbe und bleiben vor einigen Häusern stehen und singen Weihnachtslieder.

Wer sind diese Menschen und was bewegt sie dazu, an fremden Türen zu klingeln? 

Die Idee entstand um die Weihnachtszeit 2020. Alles und alle befanden sich im tiefsten Coronalockdown. Die Schulen waren im Onlinemodus, viele Menschen im Homeoffice, die Aktivtäten für Senioren, Kinder und Jugendliche ersatzlos gestrichen. Ein weihnachtliches Miteinander war nicht mehr möglich und für viele unserer älteren Mitmenschen bedeutete dies, dass sie die sonst so fröhlichen und auf Gemeinsinn abgestimmten Festtage alleine in Ihren Wohnungen oder Häusern verbringen müssen. 

Es war Zeit, ein Zeichen des Miteinanders zu setzen. Die Idee, ältere Menschen, die in dem vergangenen Jahr besonderes geleistet oder schwere Schicksalsschläge erlitten haben mit einer kleinen Weihnachtsaktion ein Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern und zu zeigen, dass sie nicht alleine und vergessen sind, wart´ geboren. Von der Idee zur guten Tat war es nun nicht mehr weit. Die Unterstützung für diese Weihnachtsüberraschung kam von der AWO Wandlitz, Mitgliedern des Kinder – und Jugendparlamentes und den wandlitzer Gewerbetreibenden. Die Betreiber von Geschäften in Wandlitz wurden angefragt, ob sie eine Kleinigkeit spenden würden, es wurden Weihnachtsmannkostüme besorgt und Weihnachtslieder geübt und… los ging´s! Mit Hilfe der AWO konnten ältere Menschen ausfindig gemacht machen, die engagierte oder besonders hart vom Schicksal getroffen wurden. 

In getrennten Autos, mit Abstand, Masken und getestet, erreichten wir das erste Haus.  Als wir klingelten und im gebührenden Abstand die Überraschung überreichten, standen sowohl uns Weihnachtswichteln, wie auch den älteren Menschen Tränen in den Augen. Es ist so einfach Freude zu bereiten und einen Moment innezuhalten in unserer hektischen Welt.

Auch 2021 am dritten Advent war es wieder soweit. Emil Eckert und Valerie Fredrich vom Jugendparlament, Herr Astheimer, Leiter der Wandlitzer AWO, Frau Bierwirth, Fraktionsvorsitzende der SPD Wandlitz folgten der Bitte mich bei der jährlichen Weihnachtsüberraschungsaktion zu begleiten und brachten jeweils noch tatkräftige Unterstützer mit. Durch die wiederholte und großzügige Bereitschaft der Eberswalder Wurst konnten die Weihnachtswichtel wieder wundervoll verpackte Überraschungskörbe verschenken.

Wir haben uns fest vorgenommen auch in diesem Jahr singend – vielleicht sogar ohne Abstand – unsere Weihnachtsüberraschung weiterzuführen. 

Danke, an die Unterstützer, stellvertretend für alle die nicht nur an sich sondern auch an andere in unserer Gemeinschaft denken und einen Moment innehalten!

Assol Urrutia-Grothe
Mitglied des Ortsbeirates Wandlitz und des Vorstands der SPD Wandlitz

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