Kauf und Recht

Einige Fragen und Antworten zum Kaufrecht

Immer wieder gibt es Fragen zu Rechten und Pflichten beim Einkauf in einem Ladengeschäft. Manchmal handelt es sich um so einfache Fragen wie z.B.: Darf ich die Verpackung zur Warenprobe öffnen oder ob unbezahlte Ware probiert bzw. genascht werden darf? Schwieriger wird es schon, wenn beim Einkauf etwas zu Bruch geht. Oder ob Minderjährige einen Kaufvertrag abschließen dürfen und ob der „günstigere“ Preis bei einer Falschauszeichnung gilt?

Zur Warenprobe ist das Öffnen einer Verpackung erlaubt, wenn dabei weder die Verpackung an sich noch die Ware beschädigt wird. Bei einer Beschädigung der Verpackung, muss man gegebenenfalls die Kosten der neuen Verpackung ersetzen. Es sei denn, der Verkäufer ist kulant. Das Beschädigen oder Öffnen der Verpackung einer Ware verpflichtet Sie allerdings nicht zum Kauf der Ware.

Und das Naschen unbezahlter Ware ist selbstverständlich nicht zulässig. Es sei denn, der Verkäufer, z.B. an einem Obststand, lädt dazu ein, um Sie von der Qualität seiner Produkte zu überzeugen. Sie dürfen auch nicht, auch wenn dies meist toleriert wird, das Produkt vor der Kasse essen und dann bezahlen. Denn bis zum Bezahlen steht die Ware noch im Eigentum des Verkäufers.

Kunden eines Ladengeschäfts müssen die Schäden, die sie im Geschäft selbst verschulden, ersetzen. Zum Beispiel, wenn Ihnen ein Marmeladenglas aus der Hand fällt und zu Bruch geht. Wobei bei kleineren Schäden der Ladenbesitzer oft kulant ist, da Sie ihm sonst unter Umständen als Kunde verloren gehen. Sollte Sie kein Verschulden an einem Schaden treffen, haften Sie selbstverständlich nicht.

Bei Minderjährigen gilt: Sind die Kinder unter sieben Jahre alt, dürfen sie keine Verträge abschließen. Also auch keine Kaufverträge. 7- bis 17-Jährige, hier gilt der sogenannte Taschengeldparagraph, dürfen grundsätzlich nur Waren kaufen, die sie von ihrem Taschengeld bezahlen können. Alle darüber hinausgehenden Verträge müssen von ihren Eltern genehmigt werden.

Wenn eine Ware falsch ausgezeichnet ist, hat der Käufer keinen Anspruch darauf, die Ware zum falschen Preis kaufen zu können. Die Begründung hierfür ist, dass Warenauszeichnungen lediglich unverbindliche Angebote des Verkäufers sind. Insofern kann der Kunde bei falsch ausgezeichneten Waren nur auf die Kulanz des Verkäufers hoffen, wenn er die Ware tatsächlich günstiger erwerben will.

Rechtsanwalt
Frank Bergner
Wandlitz OT Basdorf

Inzwischen über 20 Jahre, 18 davon im Wandlitzer Ortsteil Basdorf, bin ich nun für meine Mandanten als Rechtsanwalt tätig. Häufig in den Bereichen des Familien- und Erbrechts aber auch nach Verkehrsunfällen, bei Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber sowie im Strafrecht.

Zur Vermeidung teurer Gerichtsverfahren bemühe ich mich dabei um eine außergerichtliche Streitbeilegung.

In den  Ausgaben des Heidekraut Journal werde ich fortlaufend Ausführungen zu interessanten Rechtsgebieten, mit denen ich in meiner anwaltlichen Praxis häufig konfrontiert bin, machen. 

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert