Der Barnim wächst. Und mit ihm die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

15 Kilometer nordöstlich von Berlin, im Landkreis Barnim, liegt die Ortschaft Lobetal. Hier hat die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal ihren Anfang genommen, nachdem auf Initiative von Pastor Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), Leiter der großen Anstalt Bethel bei Bielefeld, 1905 der Verein Hoffnungstal in Rüdnitz gegründet wurde, die späteren Hoffnungstaler Anstalten. Die Institution blickt also zurück auf eine über 116-jährige Geschichte, an deren Beginn die Hilfe für arbeits- und obdachlose Menschen stand.

 „Dass ihr mir niemanden abweist!“ war das Credo von Vater Bodelschwingh. Durch die Gründung von Außeneinrichtungen wurde es möglich, immer mehr Menschen zu helfen. Diese entstanden in Dreibrück (1914), Reichenwalde (1925) und Blütenberg (1935), und seit 1922 gehörte das Heim „Gottesschutz“ in Erkner dazu. Der Ort Lobetal wuchs und wurde 1929 zu einer eigenständigen politischen Gemeinde. 

Im Laufe der Zeit vollzog sich ein Wandel in der Betreuung. Mehr und mehr wandte sich die Hoffnungstaler Anstalten alten und behinderten Menschen zu. Schon seit den 1930er Jahren fanden immer mehr geistig behinderte Menschen Aufnahme in Lobetal und seinen Außeneinrichtungen.

Nach dem Kriegsende prägte dann vor allem die Behindertenhilfe die Arbeit der Hoffnungstaler Anstalten. Viele neue Gebäude verbesserten die Lebensverhältnisse. Bereiche entstanden wie die das Lobetaler Fachkrankenhaus für Neurologie, Psychiatrie und Epileptologie, aus der die Klinik Tabor hervorging, oder die Ausbildungsstätten für soziale Berufe, die heute im Diakonischen Bildungszentrum versammelt sind. Die Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Biesenthal kamen 1996 dazu. 2012 wurde die Diakoniestiftung Lazarus Berlin Teil von Lobetal. Damit einher ging eine regionale Ausweitung. Pflegeeinrichtungen in Berlin, Bad Kösen (Sachsen-Anhalt) und Waltersdorf (Zittauer Gebirge) . 

Ein großer Fokus der Stiftung liegt im Barnim. Dort wird derzeit kräftig investiert. Und das nicht nur in Lobetal selbst, wo in den letzten drei Jahren ein Ärztehaus, eine Wohneinrichtung der Jugendhilfe und 48 barrierefreie Apartments für Menschen mit und ohne Einschränkungen entstanden sind. Auch in Wandlitz entsteht Neues. Zwischen dem altem Wandlitzer Dorfkern und dem südlichen Seeufer am Rande des Bürgerparks wird 2023 ein Hospiz mit 16 Plätzen seine Arbeit aufnehmen. Das benachbarte Grundstück, die Kirchstraße 12, wird künftig für Arbeitsfelder der Stiftung zur Verfügung stehen. Dort soll Inklusives Wohnen, Leben und Arbeiten stattfinden. Damit gemeint ist ganz normales Wohnen für Menschen mit Einschränkungen. Ein Teil der barrierefreien Wohnungen stehen allen Bürgerinnen und Bürgern von Wandlitz zur Verfügung. So bilden das Hospiz und die Kirchstraße 12 ein gemeinsames Ensemble. Pferde sollen wie bisher auf dem Grundstück leben und die Reithalle erhalten bleiben. Der Geschäftsführer der Hoffnungstaler Werkstätten Ludwig Pagel kann sich dort ein Gewächshaus vorstellen, in dem zum Beispiel Pflanzen überwintern. Die Stiftung sieht in diesen Angeboten eine gute Möglichkeit, Menschen mit Behinderung eine Beschäftigung anzubieten.

An anderer Stelle in der Fontanestraße in Basdorf baut die Stiftung derzeit eine barrierefreie Begegnungsstätte auf, den Kontaktladen „Theo“. Die Zielgruppe sind vorrangig erwachsene Menschen, die auf Unterstützungsleistungen der Eingliederungshilfe angewiesen sind. In erster Linie zielen diese auf Menschen mit psychischer Erkrankung und/oder seelischer Behinderung ab.

In der Stadt Werneuchen sind weitere Bauaktivitäten im Gange.  

Auf dem Grundstück in der Altstadt 17 entstehen 36 Wohnungen für ältere Menschen. Fertigstellung des Gebäudes ist für den Mai 2022 geplant. Die Seniorenwohnanlage bietet älteren Menschen, die sich noch selbst versorgen können, allein wohnen oder in der Gemeinschaft mit anderen leben möchten, attraktiven Wohnraum. In der Freienwalder Straße 4, ebenfalls in Werneuchen, wird Lobetal künftig eine Kita mit 72 Plätzen betreiben. Bauträger ist die Wohnungsbaugesellschaft Werneuchen. Die erste Einrichtung in Werneuchen ist das 2007 eröffnete Diakoniezentrum, ein Pflegeheim mit über 70 Plätzen. 

Weitere Angebote unterhält die Stiftung schon seit vielen Jahren in Eberswalde (Altenhilfe und Bereich Teilhabe), Biesenthal (Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Jugendclub, Kita), Bernau (Altenhilfe, Ambulantes Wohnen, Bistro, Upcycling) und Rüdnitz (Jugendhilfe, Suchthilfe). 
„Der Barnim boomt. Das wird sich noch verstärken durch die Ansiedlung von Tesla und Zulieferfirmen“, beobachtet Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Und das werde sich weiter verstärken. Der Bedarf an Plätzen für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen werde steigen. Insofern sind die jetzigen Bauaktivitäten Investitionen in unverzichtbare soziale Infrastruktur. „Unsere Aufgaben werden zunehmen“, vermutet Martin Wulff. Man muss kein Prophet sein, um ihm recht zu geben. 

Info:
Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal ist Trägerin vielfältiger diakonischer Angebote in unterschiedlichsten Lebensbereichen im Geiste christlicher Nächstenliebe.

In dieser Überzeugung bietet die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal im Verbund mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel Angebote der Altenhilfe, der Eingliederungshilfe, der Ausbildung in sozialen Berufen, der Migration, Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, der medizinischen Versorgung, der Suchthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe mit Standorten in Berlin, Brandenburg, Bremen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Wolfgang Kern
Hoffnungstaler Stiftung Lobetal
 

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